JDM Vorwärtsgang und Neutral gehen nicht

Probleme mit Kolben, Zahnrad oder Riemen?

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JDM Abaca Yanmar

JDM Vorwärtsgang und Neutral gehen nicht

Beitrag von MopedautoLiebhaber » So 8. Feb 2026, 15:34

Hallo Gleichgesinnte! Ich habe heute das Forum entdeckt, nachdem ich nach anderen Leuten mit meinem Problem gesucht habe. 033)

Kurze Beschreibung:
Beim Fahrzeug, JDM Abaca Yanmar (2006, 9PS) ca 120000km (wird viel gefahren :mrgreen:), geht mittlerweile der Vorwärtsgang und Neutral nicht mehr rein. Das Auto läuft unabhängig vom Gang nur rückwärts. Vorwärtsgang ging zunächst schwer rein, aber konnte reingedrückt werden, mittlerweile kann der Wahlhelbel in Position gebracht werden, aber es verändert gar nichts mehr. Das Gestänge unten ist fest und Auto läuft nur rückwärts.

Ich bin leider nicht affin, was Automatikautos angeht und kenne mich da nicht aus. Das Getriebeöl 80w90 habe ich gewechselt, aber hat leider nicht geholfen. Bremslichtschalter hatte ich schon überprüft, da geht alles.

Ich habe hier öfter was von Variomatik und Seilzug bezüglich der Problematik gelesen. Kann mir da jemand spezifisch für den JDM Abaca weiterhelfen? Ich habe keine Ahnung wie ich das diagnostizieren soll 101)

Ich bedanke mich jetzt schonmal für jegliche Hilfe!
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rolf.g3
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Re: JDM Vorwärtsgang und Neutral gehen nicht

Beitrag von rolf.g3 » So 8. Feb 2026, 17:11

Hallo und schön das Du uns gefunden hast.

Zunächst einmal folgendes:
MopedautoLiebhaber hat geschrieben:
So 8. Feb 2026, 15:34
Ich bin leider nicht affin, was Automatikautos angeht und kenne mich da nicht aus.
Dein Auto ist KEIN Automatik Fahrzeug, es ist ein Variomatik-Fahrzeug. Das ist in soweit relevant, weil das klassische Automatikgetriebe einen Wandler hat den es bei unseren Kisten einfach nicht gibt. Wir fahren Variomatik, per deffinition:
https://de.wikipedia.org/wiki/Variomatic
Zudem hat unsere Gurke noch ein Untersetzungsgetriebe verbaut das sowohl eine Drehrichtungsänderung sowie ein Differentialgetriebe verbaut hat.
Dein Auto hat somit 3 Getriebe: Variomatik, Wendegetriebe und Differential.

Um die Fahrtrichtng zu wählen hast Du einen Fahrtrichtungswahlhebel in Deinem Auto, unsereins sagt dazu auch Schalthebel. Dieser hat die Positionen D für Dauer, N für Neutral und R für nach hinten fahren.
Der Wahlhebel ist an ein bis zwei Stahlkabel angeschlossen welche die Wahlhebelposition an das Getriebe weitergeben.
Genau hier dürfte Dein Problem zu finden sein.

Vorgehen: Ich hab keine Ahnung wie Dein Fahrzeug aufgebaut ist, denke aber das um den Schalthebel herum ein Schaltsack verbaut ist. Dieser ist unten zu lösen und nach oben zu ziehen. Der Schaltsack wird nicht über den Schalthebelknauf rutschen, muss er auch nicht, wir brauchen lediglich den Blick ins Untergeschoss des Schalthebels. Von vorn und von hinten dürfte jetzt ein Stahlseil zu sehen sein der an den Unteren Teil des Schalthebels angepöppelt ist- ähnlich einer Fahrradbremse, nur dickere Stahlseile.
Wenn Du das siehst kannst Du den Schalthebel bewegen. 2 Möglichkeiten: Die Seile werden vom Schalthebel bewegt - oder eben nicht.
Bewegen sich die Seile ist zu prüfen ob die Seile eine gewisse Vorspannung aufweisen, also ob sie gespannt eingebaut sind oder ob sie lose in ihrem Sitz liegen. Auch kann man gut sehen ob die Seile abgerissen sind,

Werden die Seile bewegt und haben etwas Spannung wirds knorke. Man muss sich jetzt unter das Auto legen. Hier ist darauf zu 8en das man sich niemals unter ein nur mit Wagenheber abgestütztes Auto legt ! Man kann Das Fahrzeug mit dem Wagenheber anheben und unter jedes Vorderrad ein paar Gehwegplatten legen ( 3 Stück sind ideal ) das Fahrzeug wieder ablassen ( auf die Gehwegplatten und in jede Richtung gegen abrollen sichern !!! Unter die Hinterräder Bremskeile legen !!

Legt man sich nun unters Auto und schaut nach oben, sieht man das Getriebe, den Motor und den Treibriemen in seinen Variomatiks. Vom Getriebe gehen zudem noch die Achsen an die Vorderräder.

Jetzt wirds richtig knorke: Die Ansteuerung der Ganghebelzüge befindet sich sinnigerweise auf der Oberseite des Getriebes. Hier sind die beiden Stahlseile an den eigentlichen Schalthebel angesteckt. Hier ist zu prüfenb ob die Bewegung des Schalthebels im Inneren des Fahrzeugs ordentlich an den Schalthebel des Getriebes weitergegeben wird und ob der Schalthebel sich analog bewegt.
Tut er das wird wohl die Überholung des Getriebes notwendig sein. Wird der Ganghebel des Getriebes NICHT analog bewegt ist zu schauen ob die Schaltzüge noch in ihren Wiederlagern stecken. Gerne brechen hier Teile weg und der Gangschalktzug springt aus der Halterung mit dem Ergebniss das die Fuhre sich nurnoch in eine Richtung bewegt...

Es gibt auch die Variante das das Getriebe mit nur einem Schaltzug bewegt wird. Dann zieht der Ganghebel immer gegen eine starke Feder die, wenn der Zug reißt oder aus der Führung springt, den Vorwärtzgang einlegt und es so auch nicht mehr zu schalten geht - Bei Deinem Auto gehe ich von der Zweizugvariante aus.

So, Du hast jetzt ordentlich Hausaufgaben bekommen :D

Bitte berichte

gr
- S - nur echt mit dem grünen Streifen :D

" Wer anderen eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurst-Bratgerät ! " A.P.W.B.D. 8)

Hätte, wäre, wenn und aber gibt zum Schluss nur blöd Gelaber !

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Re: JDM Vorwärtsgang und Neutral gehen nicht

Beitrag von MopedautoLiebhaber » Mo 9. Feb 2026, 17:06

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Den Schalthebel oben hatte ich schon gänzlich zerlegt, da ich mithile der vorderen Feder die Gänge noch zeitweise einlegen konnte. Ich ging erstmal von der falschen Federspannung aus, aber mittlerweile geht da ja nichts mehr.

Seile bewegen sich zumindest auch mit und haben eine gewisse Spannung. Mehr kann ich derzeit leider auch nicht testen, bräuchte eine Person, die oben schaltet, damit ich unten sehe was sich tut. Ich hoffe aber sehr, dass es der Seilzug ist... ein Getriebeschaden wäre schon eine Hausnummer, allerdings bei den Kilometern wohl auch nicht unerwartet.


Ich update den Beitrag entsprechend, sobald ich die Zeit und zusätzliche Person für die Diagnose habe. Nochmals Danke!
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Re: JDM Vorwärtsgang und Neutral gehen nicht

Beitrag von rolf.g3 » Mo 9. Feb 2026, 18:27

MopedautoLiebhaber hat geschrieben:
Mo 9. Feb 2026, 17:06
. ein Getriebeschaden wäre schon eine Hausnummer, allerdings bei den Kilometern wohl auch nicht unerwartet.
Jaa, nicht unerwartet ...

Ich hab schon ein, zwei Getriebe überholt, is nicht DER große Griff ins Fachmenschregal. Mit etwas Kreativität und technischem Verständniss zu schaffen.
Der Satz Lager samt Dichtung kostet im Fachhandel etwas um die 100 € + Öl & Versand. Bei Erfahrung, zB mit Mopedgetrieben ( gleicher Aufbau ) gutr an einem Samstag zu schaffen. Eklig wird das Getriebe ausbauen. Muss mit Bedacht gemacht werden. Zunächst muss der Motor gefangen werden weil Motor und Getriebe eine Einheit bilden und miteinander am Fahrschemel befestigt sind. Zu allererst aber die Be.- und Entlüftung mit einem Stück Schlauch verschließen
Also Motorvarioab, Treibriemen runter, Motor unterfüttern und Getriebe lösen. Man liegt unter dem Auto und löst die Schrauben die das Getriebe halten. Ist das Getriebe frei lass ich das meist auf meine breite und stählerne Brust sinken, mit einem Montiereisen hebel ich erst eine Antriebswelle ab, die zweite geht dann fast von selbst. Dann die Schaltseile aushängen 8und den Tachogeber abstöüseln - und man hat das Getriebe frei.
Das Problem: Manchmal hat man absolut keinen Platz und muss den Schraubenschlüssel kürzen um überhaupt an die Schraube zu gereichen. Kommt man dann am langen Arm an die Schraube kann es sein, das man pro Umdrehung der Schraube den Schlüssel 4x umsetzen muss. Man beginnt auszurechnen wie oft ich bei einer Gewindesteigung von 1,25mm/Umdrehung ansetzen muss um die gefühlt 3 Meter lange Schraube ab zu schrauben und fragt sich, warum der Inschenjöör so eine blöd-lange Schraube hernehmen musste wie er das Ding am Schreibtisch konstruiert hat. Der muss besoffen gewesen sein, dieser Mechanikus... Wenn dann die Schraube noch schwergängig ist beginnt man auf schwedisch fluchen zu lernen. Mein Schwedisch ist mittlerweile hervorragend !
Ist das Getriebe draussen wird es zerlegt, dazu zuerst das Öl ablassen.
Auseinanderschrauben - hier gibt es zu beachten das der Tachogeber ( mechanische Variante seitlich ) besser abgeschraubt werden sollte und nachher beim Einbau auf die Mitnehmerfuge zu achten, der elektronische ( am hinteren Ende des Getriebes ) kann drinne bleiben.
Die neuen Lager in den Froster legen. Die alten Lager ausschlagen/Abzuiehen. Getriebeteile ordentlich reinigen, die alte Mitteldichtung sorgfältig entfernen.
Die Getriebehälften auf etwa 80 Grad erwärmen, die gefrosteten Lager sollten einfach eingesetzt werden können. Müssen die LKager eingeschlagen werden ist die richtige Vorgehensweise zu beachten.
Sind alle Lager eingesetzt werden in die eine Getriebehälfte alle Wellen eingesetzt. Sind alle Wellen gesetzt ist die Mitteldichtung einzulegen, vornehmlich mit Dichtmittel auf beiden Dichtflächen ( zB Hylomar )
Die andere Gehäusehälte auffädeln und Getriebe zusammenschieben.
Verschrauben.
Jetzt die Wellen an ihren Enden ( Kronen, Verzahnungen, Nuten ) mit einer strammen Lage Isoband umwickeln. Die Wellen leicht einölen. Jetzt erst die Dichtringe aufsetzen und in ihren Sitz treiben.

Öl einfüllen und Einbau in umgekehrter reihenfolge.

bitte berichte

gr
- S - nur echt mit dem grünen Streifen :D

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Hätte, wäre, wenn und aber gibt zum Schluss nur blöd Gelaber !

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