Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Probleme mit Kolben, Zahnrad oder Riemen?

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Bastien
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Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von Bastien » Di 20. Jan 2026, 15:16

Hallo liebe Tupperdosen Freunde,

ich bin der Bastien, 20 Jahre alt und komme aus dem mehr oder weniger schönen Darmstadt in Südhessen.

Seit letztem Montag bin ich endlich stolzer Besitzer eines Roten Ligier Optima Js14 von 1993.
Verbaut ist der (wie ich hier gelesen habe) allseits beliebte und zuverlässige 50ccm Sachs SC50 Motor 017) 023)

Der kleine stand beim Vorbesitzer über ein Jahr.
Also frischen Sprit in den Tank, Vergaser wie von euch hier im Forum beschrieben mit Bremsenreiniger und Druckluft gründlich gereinigt…
Bestückt ist der Vergaser mit einer 70 HD und einer 30 ND.
Düsennadel, Düsenstock und Luftregulierschraube sind wohl die richtigen… Die Starterkolbendichtung ist nicht perfekt aber noch brauchbar würde ich sagen.
Am Vergaser sollte es also eigentlich nicht scheitern… Auch wenn die HD nicht die Originale ist.

Luftfilterkasten ist wohl auch noch Original. Auf jeden Fall kein „Tuning Filter“ oder Ähnliches.
Ein Zündfunken ist auch vorhanden.

Also frischen Sprit nach vorne geholt, Schlüssel rum gedreht und siehe da… er läuft!
Zwar wie ein Sack Nüsse, aber er läuft. 033)

Nach ein paar Minuten einstellerei lief er dann konstant im stand und drehte auch mehr oder weniger sauber hoch.

Die Vario funktionierte ebenfalls einigermaßen.

Also Nummernschild dran, Tor auf, reingesetzt, Motor an, Schalthebel nach vorne gedrückt krrrrr - Klack - Motor aus! 076)
Wohl ein Problem mit der Vario… naja anderes Thema (dazu gibt es ja schon genügend tolle Beiträge hier im Forum!)

Oooder der Motor läuft einfach nicht richtig… 101)

Also mal die Kompression gemessen… (bei vollständig geöffnetem Vergaser und in warmem Zustand)
Ergebniss: zwei Bar, hmmm 017) nochmal gemessen… wieder zwei Bar. Zugegeben mein Testgerät ist auch nicht das hochwertigste, aber ich habe damit auch schon mehr als zwei Bar gemessen. Das würde ich also mal als Fehlerquelle ausschließen wollen.

Im Anschluss mal mit Bremsenreiniger, bei laufendem Motor auf die Dichtflächen gesprüht…
Ergebniss: überall undicht! Wirklich überall! 088) KW Dichtringe, Fußdichtung, Vergaserflansch, Motorgehäuse, Unterdruckschlauch… Alles undicht!

Also Motor raus und alles zerlegt zum überholen… Fußdichtung war keine vorhanden (warum der da wohl undicht war 017) :) , KW Dichtringe einfach alt und verschlissen.

Jetzt zum Zylinder und meinen Eigentlichen Fragen.

Zylinder, Kolben und Ringe sehen eigentlich garnicht sooo schlecht aus. Auch die Dichtfläche vom Zylinderkopf sieht gut aus.
Diese scheint aber nicht vollflächig zu tragen 017) Wie als wäre die Zylinderbohrung zu groß… Also mal die Bohrung gemessen… ca. 42mm Hä? 017) Eigentlich sollten es doch 38mm sein. Vermutlich ist der Zylinder also Opfer eines „Tuningversuches“ geworden… oder?

Frage 1.
Diese konnte ich mir selbst mit der Suchfunktion in diesem und auch in anderen Foren (wie z.B das hier empfohlene Hercules IG Forum) leider nicht beantworten.

Welcher Zylinder gehört original auf den im Ligier Optima verbauten Sachs SC 50 Motor? Ja ich weiß, der Zylinder ist der Grauguss Zylinder vom Sachs 501/3 o. 4 bkf Motor.
Aber welche Ausführung??? 1, 2, 3, 4? „Warzen“, nur mit „Sachs“ oder mit „Sachs 40 Km/h“ Aufschrift, wie viel Kühlrippen, welche Steuerzeiten? Oder ist das alles eigentlich egal, Hauptsache Bkf Zylinder?

Ich habe da echt komplett den überblick verloren. Leider konnte ich auch keinen Beitrag finden der beschreibt welcher Zylinder denn jetzt tatsächlich auf dem SC 50 verbaut ist. 017)

Der alte Zylinder ist mit der „Sachs“ Aufschrift gekennzeichnet und hat eine „Warze“ am Vergaserflansch. Diese Kombination ist mir bis jetzt noch überhaupt nicht begegnet. Diesem Zylinder traue ich allerdings auch nicht so recht.

Frage 2.
Auf die Dichtfläche vom Motorgehäuse gehört nur ein Flüssigdichmittel oder? Ich hätte da jetzt Hylomar genommen. Weiß jemand wie viel Nm die Gehäuse Schrauben kriegen?

Frage 3.
Wie Dick sollte denn die Zylinderfußdichtung in etwa sein? Würde diese gerne schon mal vorbereiten auch wenn noch kein passender Zylinder da ist.

Vielen Dank schonmal fürs lesen bis hier hin…

Ich freue mich auf eure Antworten!

Bilder kann ich gerne noch nachreichen.
Da müsste mich allerdings jemand instruieren :D

Ich kann dann auch gerne eine Fotodokumentation mit Beschreibung hier im Forum erstellen. Falls das vielleicht hilfreich für andere ist…!?

So, ich gehe jetzt mal meine Teile Vorbereiten. Die KW Lager usw. sollen nämlich morgen ankommen 033)

Liebe Schrauber Grüße
Bastien

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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von guidolenz123 » Di 20. Jan 2026, 16:10

Wg Bilder...nimm

https://picr.de/

wg den ganzen Sachs-Motor-Fragen...schau alternativ ggf auch mal hier (SuFu für geeignete Foren und Co

https://www.google.com/search?q=sachs+5 ... nt=gws-wiz
Gruß Guido
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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von rolf.g3 » Di 20. Jan 2026, 18:13

Bastien hat geschrieben:
Di 20. Jan 2026, 15:16
Ich kann dann auch gerne eine Fotodokumentation mit Beschreibung hier im Forum erstellen. Falls das vielleicht hilfreich für andere ist…!?
Ja, super ! Eine fotodoku wär genau was wir brauchen, zB hier:
viewforum.php?f=4

Die 2T Kisten werden selten, zudem sind sie wartungsintensiv und Ersatzteile werden rar.
Wir haben hier einige die sich mit den Autos beschäftigen, aber es ist halt schwierig - aber wenn das Teil fertig ist und tatsächlich fährt hast Du wirklich was erreicht !
Bastien hat geschrieben:
Di 20. Jan 2026, 15:16
Ergebniss: überall undicht! Wirklich überall! 088) KW Dichtringe, Fußdichtung, Vergaserflansch, Motorgehäuse, Unterdruckschlauch… Alles undicht!
Mit das Hauptproblem bei alten 2Taktern: Es pfeift durch alle Ecken und Kanten. Die KW-Dichtringe - ich predige es immer wieder, sind die Schwachstelle eines 2T-Motors. Werden diese alt wird das Gummi porös, und poröses Gummi heißt immer: Teuer, egal bei welcher Gelegenheit ...

Die Flachdichtungen kann man selbst ausschneiden, da gibt es bei Louis wunderbares Dichtpapier in DIN A 4 Größe, über die Dicke kann ich nix sagen, kann man aber ausmessen: Zylinder aufsetzen und Kolben in UT fahren
Der Auslass muss offen und von der Kolbenkante unbedeckt sein. Ist ein Steg Zylinderlauffläche zu sehen, diesen ausmessen: So dick darf die Fußdichtung sein.
Kopfdichtung: dicken Spiegel auf die Werkbank legen, ein 800er Schleifpapier mit etwas Maschinenöl draufkleben und eine Sprühflasche wasser mit einem Schuß Spüli bereitstellen. Den Kopf kreisend auf dem Schleifpapiere schleifen bis ein vollständiges Tragbild erscheint. Reichlich Sprühwasser verwenden.
1200 Schleifpapier verwenden, bis auch hier ein vollständiges Tragbild erscheint. 1400 und 2000er Schleifpapier vollenden das. Abtrag minimal, absolut plan !
Mit dem Zylinder ebenso verfahren.
So kann man sich die Kopfdichtung sparen aber Achtung: Die Verdichtung steigt ! Kann sein das Du mehr Oktan fahren musst!
Zudem darauf 8en das der Kolben oben nicht anstößt ...
Der Spiegel ist dazu da, das die Schleifberfläche plan ist. Ein krummer Spiegel verzerrt das Spiegelbild - eine geschliffene Marmorplatte nicht :wink:
Bastien hat geschrieben:
Di 20. Jan 2026, 15:16
ich bin der Bastien, 20 Jahre alt und komme aus dem mehr oder weniger schönen Darmstadt in Südhessen.
Ich komm eigentlich aus Dreieich, etwa 10 Kilometer südlich vom mehr oder weniger schönen Darmstadt. Jetzt wohn ich im Dach der Welt - ars..-kalt hier !

Eine blöde Frage hab ich aber: Wozu braucht man in Darmstadt als 20Jähriger ein 2T Kabinbenroller ? Is da nich eher Kawasaki angesagt ? 101) Zu meiner Zeit war das so in Rhein Main - wär mit meinen Plastikautos wohl nie zum Bürger des Jahres gewählt worden, selbst hier im Land der Rennpappe sind meine Fahrzeuge recht fragwürdig angesehen :lol: :lol:

gr
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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von guidolenz123 » Di 20. Jan 2026, 19:56

Am Rande...vlt hilfreich...Dichtungen für die 50ccm'er kann man aus Tetrapacks..zB Milchtüten herstellen
Klingt komisch , aber hält ...
Gruß Guido
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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von Bastien » Di 20. Jan 2026, 20:16

guidolenz123 hat geschrieben:
Di 20. Jan 2026, 16:10
Wg Bilder...nimm

https://picr.de/
Danke für den Tipp. Das probiere ich die Tage mal aus!
guidolenz123 hat geschrieben:
Di 20. Jan 2026, 16:10
wg den ganzen Sachs-Motor-Fragen...schau alternativ ggf auch mal hier (SuFu für geeignete Foren und Co
Dort bin ich bis jetzt leider nicht fündig geworden. Der SC 50 Motor taucht dort kaum auf, ist ja auch kein klassischer Mopedmotor. Deswegen habe ich meine Frage hier gestellt…


Die Tipps mit der Fußdichtung und dem Kopf/Zylinder planen sind super. Das werde ich auf jeden Fall so umsetzen. Vielen Dank dafür Rolf!

Was für ein Zylinder Original auf den SC 50 gehört weißt du aber nicht?
rolf.g3 hat geschrieben:
Di 20. Jan 2026, 18:13

Wozu braucht man in Darmstadt als 20Jähriger ein 2T Kabinbenroller ?
Brauchen garnicht :lol: Ich stehe aber irgendwie auf Exoten…
Und mal ganz ehrlich, Kawasaki kann doch jeder… :lol: :lol: :lol:


Das mit der Foto Dokumentation mache ich wenn der kleine wieder läuft 023)

Liebe Grüße
Bastien

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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von rolf.g3 » Mi 21. Jan 2026, 10:29

Bastien hat geschrieben:
Di 20. Jan 2026, 20:16
Brauchen garnicht :lol: Ich stehe aber irgendwie auf Exoten…
Und mal ganz ehrlich, Kawasaki kann doch jeder… :lol: :lol: :lol:
023) :D
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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von Metaphysik » Mi 21. Jan 2026, 14:50

Schau mal hier: Bild Der Bonny 50 hat auch einen Sach SC50. Vielleicht findest Du was Du suchst.

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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von Bastien » Mi 21. Jan 2026, 16:10

Die Ersatzteilliste hilft mir sehr!
Dankeschön.

Ich habe mich in anderen Foren nochmal reingelesen und tatsächlich noch hilfreiche Infos gefunden.

Der SC 50 Zylinder ist wohl nur äußerlich baugleich mit dem 501/4Bkf Zylinder.
Er hat aber wohl andere, schärfere Steuerzeiten. Daher ist er in der Sachs/Hercules "Szene" wohl sehr beliebt als "tuning" Zylinder.
Anstatt 2,9 Ps bringt er wohl ca. 3,5 Ps.

Beim richtigen Kolben scheiden sich hier allerdings die Geister.
Original bzw. von Sachs vorgegeben ist der 50s Kolben mit einem Rechteck und einem L-Profil Ring.
Das geht auch aus der Ersatzteilliste vom Bonny 50 hervor.
Der Bkf Kolben mit den zwei Rechteckringen soll aber auch gehen...
Welcher davon jetzt besser ist, kann ich leider nicht beurteilen.

Einen anderen SC 50 Zylinder für meinen Ligier habe ich auf Kleinanzeigen schon gefunden. Meiner ist glaube ich leider nicht mehr zu verwenden.
Welchen Kolben ich dann final verbaue, weiß ich noch nicht.
Vielleicht probiere ich einfach beide mal aus...
Ich berichte dann selbstverständlich von meinen Erfahrungen!

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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von rolf.g3 » Mi 21. Jan 2026, 17:50

Bastien hat geschrieben:
Mi 21. Jan 2026, 16:10
Meiner ist glaube ich leider nicht mehr zu verwenden.
Wie hast Du den ausgemessen ?
Über Kolben kann ich rein garnix sagen, das ist mMn eher Religion als Wissenschaft ( und welcher noch zu bekommen ist und pipapo ...)
Wenn der Zylinder ausgewaschen ist ( Mittig weiter als oben und unten ) kann er geschliffen werden, Zylinderschleifereien sollte es auch in Darmstadt geben
https://www.gelbeseiten.de/gsbiz/18b101 ... 2bb34bacbd
( schau mal ob´s die noch gibt und ob die auch Mopedzylinder machen )
oder hier:
https://zweirad-langen.de/
( War zu meiner Zeit ein recht kompetenter Ansprechpartner, ach was- DER Ansprechpartner rund um die Kurbelwelle ! Nach dem Ulli fragen, wenn es den noch gibt sagen, das Du auf Empfehlung vom Rolf kommst. Es gab einen Besitzerwechsel, kann aber sein das der Ulli hin und wieder noch da ist. )

später mehr dazu
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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von Bastien » Mi 21. Jan 2026, 20:49

rolf.g3 hat geschrieben:
Mi 21. Jan 2026, 17:50
Wie hast Du den ausgemessen ?
Gemessen habe ich den Zylinder nur mit dem Messschieber. Ob er ausgewachen ist oder nicht kann ich also nicht beurteilen.
Er hat allerdings eine 42er anstatt einer 38er Bohrung. Ob es den so original gab weiß ich nicht. Ich denke aber das er mal aufgebohrt wurde.
Durch die größere Bohrung ist erstens, der Hubraum zu groß und der Zylinder damit eigentlich Illegal.
Und zweitens, die Auflagefläche für den Zylinderkopf viel zu klein. Man sieht an den Abdrücken auf Kopf und Zylinder deutlich das die Dichtfläche garnicht richtig trägt.
Desswegen werde ich einen anderen Zylinder verbauen.
rolf.g3 hat geschrieben:
Mi 21. Jan 2026, 17:50
Über Kolben kann ich rein garnix sagen, das ist mMn eher Religion als Wissenschaft ( und welcher noch zu bekommen ist und pipapo ...)
Das Gefühl hatte ich bei meiner Recherche auch.
Ich werde wie gesagt mal beide wohl möglichen Kolben versuchen und dann berichten...
rolf.g3 hat geschrieben:
Mi 21. Jan 2026, 17:50
oder hier:
https://zweirad-langen.de/
Danke für den Tipp!
Da schaue ich auf jeden fall mal vorbei...

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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von rolf.g3 » Do 22. Jan 2026, 10:41

Bastien hat geschrieben:
Mi 21. Jan 2026, 20:49
Gemessen habe ich den Zylinder nur mit dem Messschieber. Ob er ausgewachen ist oder nicht kann ich also nicht beurteilen.
Du nimmst einen Kolbenring und legst diesen in den Zylinder, nur den Kolbenring und in den obersten Durchmessers des Zylinders.
Jetzt nimmst Du eine Abstandslehre und misst den Abstand der Kolbenringöffnung.
Mit dem Kolben (!) schiebst Du den Kolbenring etwa 2cm tiefer und misst den Kolbenringabstand.
Die Werte werden jeweils notiert.
Ist der Kolbenring cm-weise durch den ganzen Zylinder geschoben und vermessen, kannst Du anhand der Werte die Paralelität der Zylinderlaufbahn und damit die Qualität feststellen.

Am obersten Rand sollte der Zylinder den " sollzustand " aufweisen und hier den geringsten Kolbenringabstand aufweisen.
Wenn man in den Zylinder schaut kann man auch erkennenwo die Kolbenringe gearbeitet haben. Und in der Mitte der Laufbahn sollte entsprechend der größte Wert/Abstand zu messen sein weil der Kolben hier die größte Geschwindigkeit und so den größten Verschleiß hat.

Mit diesen Werten kann man den Verschleiß des Zylinders aufgrund der Herstellerdaten ausloten und sehen ob der Zylinder getauscht werden muss.
Bastien hat geschrieben:
Mi 21. Jan 2026, 20:49
Durch die größere Bohrung ist erstens, der Hubraum zu groß und der Zylinder damit eigentlich Illegal.
Das müsstest Du berechnen ( Hubraum )... Ich denke zudem das bei den 2T jedes bissl Leistung wünschenswert ist damit die Fuhre überhaupt was tut.

DAS aber liegt in Deinem Ermessen. Es ist mittlerweile schwierig den passenden Luftfilter für den Motor zu bekommen. Die Abstimmung ist das A und O bei diesen Teilen. Das und die wunderbare Motoplat - Zündung - sollte die verbaut sein, so ein rotes Ding was viel Freude und Kurzweil verbreitet ...

Fazit: Du brauchst ( und scheinbar hast Du das in großer Menge ) einen eisernen Willen und ein erhebliches Maß an Leidensfähigkeit um ein solches Fahrzeug zu restaurieren. Kaum Ersatzteile oder Datenblätter zu finden, keine Leistung des Triebwerks vorhanden und trotzdem soll das funktionieren.
Sehr kreatives Vorgehen und " erraten " was die Konstrukteure sich dabei gedacht haben, verzweifeln an abgerissenen Schrauben an unmöglichen Stellen, warten auf die nächste Veterama um vlt doch das passende Teil zu finden ...
Ein herrliches Hobby was Du Dir da rausgesucht hast !!! 033) :D
Aber wie sagtest Du doch gleich: Kawasaki kann jeder ! ... Stimmt ! Ich bin gespannt auf Deine Berichte, gerne auch filigrane Teilvorgänge, wie " Ausbohren einer Schraube am Getriebe... " uä

gr
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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von Bastien » Do 22. Jan 2026, 23:51

rolf.g3 hat geschrieben:
Do 22. Jan 2026, 10:41
Das müsstest Du berechnen ( Hubraum )...
Aus den im Datenblatt angegebenen 44mm Hub (hab’s auch grob nachgemessen und es scheint zu stimmen) und der 42er Bohrung ergeben sich
ca. 60ccm Hubraum…
Der Zylinder ist also leider ilegal.
rolf.g3 hat geschrieben:
Do 22. Jan 2026, 10:41
Ich denke zudem das bei den 2T jedes bissl Leistung wünschenswert ist damit die Fuhre überhaupt was tut.
Da gebe ich dir vollkommen recht, wünschenswert ist das natürlich!
Ich befürchte allerdings das ohne weitere Anpassungen an Kolben, ASS, Vergaser und Luftfilter die Leistung relativ ähnlich oder sogar geringer ist als vorher. Einfach weil man das ganze nicht so perfekt abgestimmt bekommt wie original. Und das ist wie du richtig schreibst einfach das allerwichtigste beim Zweitakter. Vor allem wenn er wie in den Tupperdosen eh schon auf dem Zahnfleisch läuft.
Viel problematischer bei der größeren Bohrung finde ich allerdings, das die Dichtfläche von Kopf und Zylinder nur ca. 50% trägt. Daher wahrscheinlich auch die schlechte Kompression…

Aber selbst wenn trotz alledem eine Mehrleistung zustande käme, ist mir das Risiko (bei einem Unfall o.ä) auf die Dauer einfach zu groß…
Außerdem bin ich mir ja im klaren was ich da für ein Gefährt erstanden habe!
Wenn ich schnell fahren will setze ich meinen Alfa Romeo 156 2.0 Ts :wink: Der rennt seine 200 km/h


Leidensfähig bin ich! Der Ligier ist ja nicht mein erster Exot…
Manchmal habe ich das Gefühl ich ziehe die Exoten magisch an… oder sie mich!? 101)

Mein erstes Mofa war eine Solo 712 (damit fing bei mir das schrauben übrigens an) Infos, joa… Ersatzteile, Fehlanzeige! Also auch ein Exot.
Warum ich mir nicht wie jeder andere eine Prima 5 gekauft habe, keine Ahnung…
Ich fand die Solos (die früher wohl alle sch**** fanden!?) einfach interessanter!

Mein erstes Moped war dann eine Rixe Rs50 c3. Ein wunderschönes Moped! Aber noch viel seltener als die Solos…
Die liegt übrigens leider immer noch zerlegt bei mir im Keller. 088)

Eine Dt80 hatte ich auch mal, allerdings nur so als Wald und wiesen Moped… Natürlich nicht die häufige LC2 sondern die seltene MX.

Zwei Allcars Charly habe ich auch noch. Das ist wirklich der Exot unter den Exoten! Da Infos etc. zu finden ist wirklich sehr schwer gewesen… dagegen wirkt der Ligier schon fast wie ein Golf! :lol:
Geschweige den Papiere für das Ding zu kriegen… eine einzige Odyssee! Aber nach ewigen hin und her mit dem Sachverständigen vom Datenblattservice TÜV Süd, war dann, witzigerweise an meinem 19. Geburtstag, endlich das Datenblatt für den Charly bei mir im Briefkasten. 033)
Nach bestandener Einzelabnahme würde der dann Papiere bekommen. Soweit bin ich aber leider noch nicht…

Und selbst für den 156er (meinen „Daily“) gibt es kaum Ersatzteile…

Und das war noch lange nicht alles…

Ich weiß also was auf mich zukommt! 023)
rolf.g3 hat geschrieben:
Do 22. Jan 2026, 10:41
Ein herrliches Hobby was Du Dir da rausgesucht hast !!! 033) :D
Das stimmt wohl! Es gibt aber tatsächlich nichts was mich aktuell mehr erfüllt…


Den Zylinder habe ich übrigens mal mit der „Kolbenring Methode“ gemessen. Danke auch für diesen tollen Trick!

Am oberen Rand ist der Ringspalt 0,65 mm breit.
1cm weiter unten 0,65 mm
2cm weiter unten 0,65 mm
3cm weiter unten 0,7 mm
4cm weiter unten 0,7 mm
5cm weiter unten 0,7 mm
6cm weiter unten 0,65 mm

Genauer konnte ich es leider nicht bestimmen, da meine Fühllehre nur 0,05er schritte hat :?

Das sagt mir allerdings jetzt nicht wirklich was… Eine Herstellerangabe konnte ich auch nicht finden. 017)
Vielleicht könnt ihr damit ja was anfangen??

Ich weiß das widerspricht meiner Aussage oben komplett, aber ich glaube ich werde den Zylinder unabhängig vom Zustand und der Tatsache das er illegal ist ERSTMAL verbauen… zumindest bis ich einen anderen originalen Zylinder gefunden habe.
Der wird dann gebohrt, gehont, geplant usw… einen neuen Kolben mit allem drum und dran bekommt er dann auch!

Der Ligier sollte nämlich ausnahmsweise mal kein riesen Projekt werden… davon habe ich wirklich genug.

Ich berichte…

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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von rolf.g3 » Fr 23. Jan 2026, 10:51

Ah, ich seh´ schon: Ein kleiner 2T in den richtigen Händen - endlich !

Die kleinen Ligier sind oft von Leuten gekauft die die Situation nicht richtig einschätzen oder die Technik unterschätzen, ein Vater/Sohn Projekt das zwar schön anfängt schon bald aber auf Eis liegt weil der Radbremszylinder schwer zu finden ist, letztlich als Sonderabfall entsorgt wird.
Du scheinst wirklich der richtige zu sein ! 023)

Und Exoten, jaaa, kenn ich ! Da war die REX como, aus einer Garage geborgen und aufgebaut. Weil aber weder NSU noch Zündapp draufstand wollte das Ding keiner haben. Dann meine Honda CX 500 der ersten Serie.
Triumph TR7 Coupé 2,0, /8 Feuerwehr, Blechbanane ( DKW Hummel 115 ) ... mein erster Mopedtraum damals war ein Geschoss aus einem Keller mit dem guten Sachs 50, eine Torpedo mit Pendelgabel. Lastmoped, CB50, elCamino ...
Jetzt hab ich eine Agria, aber nicht von Agria sondern von Kubota, die große 650 mit Hondamotor ( GS 200 ) und einem Hänger aus Tschechien - damit fahr ich Holz holen.
Richtig neidisch allerdings bin ich auf Deine Rixe, tolles Moped ! Egal ob in Teile oder am Stück... Haben-will-Faktor: 1000%
Weil ich es klasse fand auf einer Zündapp-Nähmaschine Sitzbänke für Mopeds zu nähen tat ich 2 Dinge: Lernen mit der Maschine Kunstleder zu nähen und Restauration meiner Zündapp Nähmaschine aus 1957 samt Arbeitsplatz.
Hab beides hinbekommen -
cx 500 007 (2).JPG
cx 500 007 (2).JPG (842.05 KiB) 6261 mal betrachtet
... sieht doch ganz ordentlich aus ... mein ich ...

Mittlerweile hab ich 4 Nähmaschinen mit jeweils gaaaaaaaaaanz vielen Zierstichen 3 davon vollmechanisch und eine vollelektronisch ( Pfaff ), alle funktionsfähig und einsatzbereit :roll:
Bastien hat geschrieben:
Do 22. Jan 2026, 23:51
Am oberen Rand ist der Ringspalt 0,65 mm breit.
1cm weiter unten 0,65 mm
2cm weiter unten 0,65 mm
3cm weiter unten 0,7 mm
4cm weiter unten 0,7 mm
5cm weiter unten 0,7 mm
6cm weiter unten 0,65 mm
Da müsste der Hersteller was zu sagen - ich denke das der Zylinder noch Fleisch hat. Aber Du sagst:
Bastien hat geschrieben:
Do 22. Jan 2026, 23:51
Ich befürchte allerdings das ohne weitere Anpassungen an Kolben, ASS, Vergaser und Luftfilter die Leistung relativ ähnlich oder sogar geringer ist als vorher. Einfach weil man das ganze nicht so perfekt abgestimmt bekommt wie original
... und das ist vollkommen richtig. Wie oft hab ich Mopeds in der Mache die der Besitzer den Auspuff leer geräumt - Hölle-Laut aber langsamer als vorher ...

Bin gespannt auf Deine Berichte und gerne bereit zu helfen wo ich kann. 2T ist zwar lange her aber das ein oder andere geht noch ...

gr
- S - nur echt mit dem grünen Streifen :D

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Bastien
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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von Bastien » So 25. Jan 2026, 18:33

Tollen Fuhrpark hast du da! Die Blechbanane fand ich auch immer toll!


rolf.g3 hat geschrieben:
Fr 23. Jan 2026, 10:51
... sieht doch ganz ordentlich aus ... mein ich ...
Allerdings!!
Das mit den Nähmaschinen ist auch eine tolle Sache! Nähen hat mir auch immer spaß gemacht. Hab tatsächlich auch mal eine Sitzbank für die Rixe genäht… Ganz so gut wie deine sieht sie allerdings nicht aus :lol:


rolf.g3 hat geschrieben:
Fr 23. Jan 2026, 10:51
Richtig neidisch allerdings bin ich auf Deine Rixe, tolles Moped ! Egal ob in Teile oder am Stück... Haben-will-Faktor: 1000%
Wenn Du wirklich Interesse hast kann ich dir gerne mal ein paar Bilder/Infos zukommen lassen…
Es bricht mir jedes mal das Herz wenn ich im Keller die Kartons mit den Teilen von links nach rechts räume 088)
Auch wenn ich sehr dran hänge, zum im Keller liegen ist sie doch viel zu schade…


rolf.g3 hat geschrieben:
Fr 23. Jan 2026, 10:51
Bin gespannt auf Deine Berichte…
Gestern wollte ich schonmal das Gehäuse mit den neuen Lagern zusammenstecken. Also Gehäusehälften und Dichtflächen gereinigt und soweit alles vorbereitet.

Dann mal die neuen KW Lager ausgepackt…

Das 6303 C4 (Abtriebsseite) habe ich von SKF genommen das 6302 C3 (Zündungsseite) von NTN (SKF gab es bei dem Shop in der Größe nicht mehr).

Das 6303 von SKF mal gedreht… ratatatat… hmm 017) Nächstes 6303 ausgepackt, (hab extra zwei bestellt falls ich eins versaue beim einbauen) mal gedreht… hmm… besser aber hört sich auch nicht so wirklich gut an…
Mal versucht den Innen und Außenringe in axialer Richtung gegeneinander zu verschieben… meiner Meinung nach vieeel zu viel spiel! Zumindest bei einem der beiden. Auch wenn es ein C4 Lager ist.
Das andere der beiden 6303 ging.
Da hat ja das alte Lager weniger Spiel… und das ist auch ein C4 Lager!

Also vermutlich keine original SKF Lager 076) Soll bei SKF ja leider öfter vorkommen… Ab jetzt bestelle ich einfach nur noch beim SKF Vertragshändler! Auch wenn die Versandkosten und der Mindestbestellwert absurd sind…

Naja… aus Fehlern lernt man.

Die Ungeduld hat mich dann trotzdem dazu bewegt das bessere der beiden 6303 zu verbauen. Unvernünftig ich weiß… aber ein Lager ist bei so einem Motor ja auch schnell wieder getauscht. Ich kann es nunmal kaum erwarten mit dem Ligier zu fahren!

Die Lager von NTN fühlten sich gut an.

Also Gehäusehälften bei 150°C in mein Werkstatt Öfchen und alles zum Lager einsetzen vorbereitet… Dann Gehäuse raus und Lager rein. Alles prima! Dann der nächste Rückschlag… die Passungen sind wohl hinüber 088) Bis ca. 40 bis 50°C Rest Temperatur fallen die Lager einfach wieder aus ihren Sitzen heraus. Wenn die Gehäusehälften vollständig abgekühlt sind sitzen die Lager dann fest.
Ich fürchte aber das die Lager dann während das Betriebs wieder locker werden.

Dann habe ich mir mal die alten Lager angesehen… Das Lager auf der Zündungsseite hat am Augenring leichte riefen. Es hat sich also wohl im Sitz gedreht. Das auf der Abtriebsseite sieht gut aus.

Hat jemand von euch da eine Idee? Ist Lager einkleben eine Option?

Oder brauche ich jetzt auch noch ein neues Gehäuse? (Bis gestern war ein richtig schönes inkl. guter KW bei Kleinanzeigen zu haben. Das ist natürlich jetzt weg… 076))


Positiv ist allerdings das ich gestern wohl tatsächlich einen originalen SC 50 Zylinder auf Kleinanzeigen ergattern konnte!

Also erneute Planänderung:

Ich warte jetzt erstmal auf den „neuen“ Zylinder.
Den alten Zylinder werde ich also doch nicht mehr verbauen. Die Arbeit mit Zylinder und Kopf planen usw. Spare ich mir dann an der Stelle.
Der „neue“ Zylinder wird dann direkt auf das passende Maß, für einen der angebotenen Kolbendurchmesser, gebohrt und gehohnt. Einen neuen passenden Kolben inkl. Ringe, Bolzen, Clips und Nadellager bekommt er dann natürlich auch! Eventuell lasse ich in dem zug auch gleich die KW machen… (die ist zwar noch okay aber natürlich nicht mehr perfekt) Je nach dem was das Portemonnaie sagt :lol: :lol:
Andere KW Lager bestelle ich dann auch noch. Diesmal vom SKF Händler…

Das dauert jetzt alles schon so lange, jetzt kann ich es auch richtig machen.

Es dauert also leider noch eine Weile bis der kleine wieder rennt.
Da habe ich mir wieder was angeschafft… 017) :lol:

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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von rolf.g3 » So 25. Jan 2026, 20:16

Danke für Dein Lob !
Die Rixe wird bei Dir besser aufgehoben sein als bei mir - ich hab die näxten Jahre so viele Baustellen vor mir, da wird ein Groschengrab mehr nicht realisierbar sein.
Und zum Fuhrpark. Als ich 16 - 18 war hast Du regelmäßig fahrbereite Mopeds auf dem Sperrmüll gefunden. Ein Honda Camino mit Papieren - draufsetzen heimfahren und fertig. Meine Quikley hab ich mit Originalpapieren gekauft für 50 Mark, die CB50 geschenkt bekommen und und und ... Auch bin ich selber Solo gefahren, auch den Koffer hab ich aus einer Scheune bekommen für geschenkt. Hab damit dann meine Mietschulden meiner Werkstatt bezahlt, dafür gabs eine Honda MB8 für gratis, damals unverkaufbar, heute eine Rarität.
Wie so vieles heute einen Rarität ist was damals als Abfall entsorgt wurde ...

Bastien hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 18:33
Also Gehäusehälften bei 150°C in mein Werkstatt Öfchen und alles zum Lager einsetzen vorbereitet… Dann Gehäuse raus und Lager rein. Alles prima! Dann der nächste Rückschlag… die Passungen sind wohl hinüber 088) Bis ca. 40 bis 50°C Rest Temperatur fallen die Lager einfach wieder aus ihren Sitzen heraus. Wenn die Gehäusehälften vollständig abgekühlt sind sitzen die Lager dann fest.
Ich fürchte aber das die Lager dann während das Betriebs wieder locker werden.

Hast Du die Möglichkeit die alten und neuen Lager mit einer Mikrometerschraube zu messen ?
Wenn Du tatsächlich verkleben willst kannst Du Schraubensicherung mittelfest hernehmen und um das Lager / Lagersitz auftragen, dann aber das Lager kalt einpressen bzw nur mäßig erwärmen.
Merke: LAger immer an dem Ring belasten der Aufgenommer werden soll - sprich: Das Lager in den Lagersitz pressen wird das Lager am Aussenring belastet ( Nuss/ Einpresswerkzeug ), Lager auf die Welle am Innenring belasten ( Rohrstück )
Zumeist ist bei solchen Lagern auch ein Lagersitz etwas " weit " um eine Montage zu erleichtern.

Wird der Lagersitz aber wirklich zu weit sollte neu gebohrt werden, dazu vorher auftrag geschweißt oder man macht es auf die russische Art: Man nimmt ein Stück Lötzinn und klopft es platt, legt 3 Zungen in den Lagersitz in Einpressrichtung und presst das Lager hinein. Kann halten, muss nicht ! ( Wird ein Sackloch mit Gewinde versehentlich zu tief gebohrt und erwischt so die Ölleitung kann man einen Klumpen Lötzinn einbringen und mit der Schraube verquetschen, hat beim Bekannten seiner Yammi jahrelang gehalten - die Schraube / Stehbolzen vom Krümmer war abgerissen und beim aufbohren ist er wohl etwas zu tief gekommen, hat am Krümmer gesifft - Das Lötzinn hat die Geschichte wieder dicht gemacht ... muss ein Harriss gewesen sein... ) Is aber gebastelt ...
Merke: Nichts ist so langlebig wie ein Provisorium ! 072)

" rillenkugellager einkleben " in google eingeben!
Bastien hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 18:33
Mal versucht den Innen und Außenringe in axialer Richtung gegeneinander zu verschieben… meiner Meinung nach vieeel zu viel spiel!
Hier ist es wichtig zu wissen welche Lager der Hersteller eingebaut hat bzw vorgibt. Der Vorbesitzer hat mglwse die falschen Lager eingedroschen... Unbedingt Herstellerangaben beachten !
Zudem ist es recht wichtig das die Lager an ihren Platz kommen, das Linke nach links und das Rechte nach rechts.
Da ist zB das Zündungsseitige Lager. Da sagt der Hersteller, braucht es wenig axiales Spiel damit die Zündung ordentlich über die Jahre kommt. Um aber die axiale, temperaturabhängige Veränderung der KW auszugleichen ( Dehnung bei Erwärmung ) ist das Antriebsseitige Lager sehr verspielt in axialer Richtung. Zudem brauchen Rillenkugellager ihre Betriebstemperatur um passgenau zu werden.
Ein " Rattern " im Lager hatte ich auch schon. Etwas Öl eingeben und schauen ob vlt nur Produktionsrückstände auf den Laufflächen waren. Diese Rillenkugellager sind mistige kleine Biester, ich mag sie nicht. Zum ausbauen brauchts Gewalt, zum einbauen brauchts Gewalt und langlebig ist auch anders ... aber es sind die besten Aushilfsmöglichkeiten.
Na ja, ...
Bastien hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 18:33
Ab jetzt bestelle ich einfach nur noch beim SKF Vertragshändler! Auch wenn die Versandkosten und der Mindestbestellwert absurd sind…
Die Chinesen produzieren auch für deutsche Firmen und sind nicht schlechter als so mancher " Markenhersteller "
Ich hab für mein Auto einen Satz Lager beim Kugellager-Express bestellt.
https://www.kugellager-express.de/welle ... 20x40x7-mm
Ist alles andere als Marke dafür aber zu unglaublich günstigem Kurs.
Noch liegen die Lager im Regal, aber die Radlager vom Billiganbieter sind klasse und kosten nur einen Bruchteil - die hab ich jetzt schon öfter verbaut und bin 100% zufrieden.
Teure Lager haben die aber auch !
Bastien hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 18:33
Es dauert also leider noch eine Weile bis der kleine wieder rennt.
Das ist das Los des Restaurators ! :D

gr
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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS1

Beitrag von Bastien » So 25. Jan 2026, 21:59

rolf.g3 hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 20:16
Hast Du die Möglichkeit die alten und neuen Lager mit einer Mikrometerschraube zu messen ?
Da müsste ich mal rumfragen… Ich denke aber das sich da jemand in meinem Bekanntenkreis findet.
Aber um was genau festzustellen?
Die Alten Lager sind bei den besagten 40 - 50°C auch locker im Sitz…
rolf.g3 hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 20:16
Wenn Du tatsächlich verkleben willst kannst Du Schraubensicherung mittelfest hernehmen
Hast du da ein spezielles Produkt das Du mir empfehlen kannst? Spricht da was gegen die Lager einzukleben? bzw. gibt es überhaupt einen anderen Weg das Gehäuse ohne großen Mehraufwand (auch kostentechnisch), nach dem Satz Lager, nochmal wieder zu verwenden ohne den Sitz endgültig zu versauen?
Die russische Methode machst du ja wenn, nur einmal… oder?

rolf.g3 hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 20:16
Merke: LAger immer an dem Ring belasten der Aufgenommer werden soll - sprich: Das Lager in den Lagersitz pressen wird das Lager am Aussenring belastet ( Nuss/ Einpresswerkzeug ), Lager auf die Welle am Innenring belasten ( Rohrstück )
023)

rolf.g3 hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 20:16
Zumeist ist bei solchen Lagern auch ein Lagersitz etwas " weit " um eine Montage zu erleichtern.
Trotzdem sollte das Lager bei Betriebstemperatur nicht das wandern im Lagersitz anfangen oder?

rolf.g3 hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 20:16
Hier ist es wichtig zu wissen welche Lager der Hersteller eingebaut hat bzw vorgibt. Der Vorbesitzer hat mglwse die falschen Lager eingedroschen... Unbedingt Herstellerangaben beachten !
Habe ich!
In der Ersatzteilliste vom Bonny 50 ist das Lager auf der Abtriebsseite als C4 Lager angegeben. Das auf der Zündungsseite wurde nachträglich auch als C4 Lager eingetragen. Wenn ich die Original Nummer im www eingebe taucht allerdings ein C3 Lager auf.
So war es bei mir auch verbaut gewesen!
Abtriebsseitig C4 (wohl „Loslager“)
Zündungsseitig C3 (wohl „Festlager“)

rolf.g3 hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 20:16
Zudem ist es recht wichtig das die Lager an ihren Platz kommen, das Linke nach links und das Rechte nach rechts.
Das ergibt sich durch die unterschiedliche Größe 023)

rolf.g3 hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 20:16
Zudem brauchen Rillenkugellager ihre Betriebstemperatur um passgenau zu werden.
Dessen bin ich wir bewusst… In dem fall ist das spiel aber wirklich enorm. Das ist mir irgendwie nicht ganz geheuer. Gerade weil die SKF Lager wohl so oft gefälscht werden…
Außerdem will ich gerade mit den „angeschlagenen“ Lagersitzen sichergehen das die Lager lange halten! (Vorausgesetzt alles andere passt natürlich)

rolf.g3 hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 20:16
Die Chinesen produzieren auch für deutsche Firmen und sind nicht schlechter als so mancher " Markenhersteller "
Der Meinung bin ich auch! Es ist allerdings etwas anderes ob ein Hersteller aus fern Ost ein Produkt unter seinem Namen o.ä vertreibt oder er das Image eines etablierten Markenherstellers nutzt um seine minderwertige Ware möglichst gewinnbringend unters Volk zu mischen. Bei letzterem hat er ja nichts zu verlieren…

rolf.g3 hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 20:16
Das ist das Los des Restaurators ! :D
Ich weiß… aber eigentlich sollte es diesmal doch keine Restauration werden :(

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Re: Sachs SC 50 Motorüberholung - Ligier Optima JS14

Beitrag von rolf.g3 » Mi 28. Jan 2026, 19:32

Bastien hat geschrieben:
So 25. Jan 2026, 21:59
Hast du da ein spezielles Produkt das Du mir empfehlen kannst? Spricht da was gegen die Lager einzukleben? bzw. gibt es überhaupt einen anderen Weg das Gehäuse ohne großen Mehraufwand (auch kostentechnisch), nach dem Satz Lager, nochmal wieder zu verwenden ohne den Sitz endgültig zu versauen?
Die russische Methode machst du ja wenn, nur einmal… oder?
Zunächst einmal ROT:
Auf den einschlägigen Seiten im Netz wird gerne von Hochfester Schraubensicherung oder spezieller Lagereinklebmasse gesprochen. Ich persönlich halte von hochfester Schraubensicherung nicht wirklich viel, den hier ist der Name Programm: Wenn die sagen hochfest MEINEN die hochfest. Da dann das Lager erneut wechseln kann uU spannend werden ...
Die Hersteller sind Nigrin oder Loctite, aber es sind auch andere am Markt.
Es miss nur sehr, sehr sauber sein bei Verwendung dieser Klebstoffe. Mit Aceton sowohl den Lagersitz alsauch das Lager reinigen ist oberstes Gebot

Jetzt GRÜN:

Ein Lagersitz wird eine Schweißnat eingebracht ( Aludruckgussschweißen will gelernt sein !!! Kann nicht jeder !!! )
Dazu das Bauteil/Werkstück tempern das es keinen verzug gibt, nach dem schweißen langsam abkühlen. Die Bohrung wird dann neu gebohrt.
Mancheiner bemüht den Körner und macht in den Lagersitz 100 Körnerpunkte. Kann halten, muss aber nicht.
Hat den Hintergrund das um den Körnerpunkt ein kleiner Wulst ausgetrieben wird, das Lager drückt den Wulst soweit zurück und der Lagersitz ist somit wieder fest.
Naja, ... In jedem Fall ist der Lagersitz beschädigt ...

Gelb
....die russische Methode sollte halten bis die Taiga auftaut und wieder zufriert.
Man klopft ein Stück Lötzinn platt, sehr platt. Dann hängt man 3 Zungen in den Lagersitz. Wird jetzt das Lager eingepresst drückt sich das Lötzinn in die unendlich schmale Spalt, der das Lager lockere sein läßt. Das Lötzinn ist natürlich ein Metall, es legt sich auf das Aluminium und auf den Lagerstahl. Wird das Lager gewechselt hann man das Lötzinn leicht wieder entfernen.
Vorteil: Das Lötzinn hat einen hohen Schmelzpunkt ( 180 - 230 Grad C ), Lötzinn verhält sich chemisch und elektrisch neutral sowohl auf Aluminium alsauch auf den Lagerstahl. Weil auf beiden Metallen weder ein vermengen noch verschmelzen zu befürchten ist, sollte sich das Lötzinn auch wieder leicht entfernen lassen.
Natürlich kann man auch einen Streifen Alufolie mit einpressen, oder Papier oder Baumwolle.
Und ja, ist wiederholt machbar und wieder entfernbar. Ist aber gebastel was entweder gleich wieder kaputt geht oder ewig hält - die Warheit liegt wohl irgentwo dazwischen...


gr
- S - nur echt mit dem grünen Streifen :D

" Wer anderen eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurst-Bratgerät ! " A.P.W.B.D. 8)

Hätte, wäre, wenn und aber gibt zum Schluss nur blöd Gelaber !

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