Ich liebe altes Zeug.
Neues Zeug ist aus Plastik, altes aus Holz - in dem aktuellen Falle aber aus Blech.
Es sollte ein Aufsitzmäher sein. Wie´s der Gehörnte so will, stand am Sonntag einer in Kleinanzeigen für rel. kleines Geld.
Der Grund warum so billig: Er schaltet nicht !
Na dann mal anschauen gefahren und natürlich noch etwas gehandelt und mit nach Hause genommen.
Der Sack schaltete tatsächlich nicht, sah aber aus wie Werksfrisch vom Band gelaufen.
Also kümmerte ich mich heute ausgibig um den Kleinen und der erzählte mir gleich mal seine Geschichte:
Er wurde im Baumarkt gekauft etwa um die 1993.
Zuhause mähte er auch einen Sommer Lang, allerdings scheint der erste Sommer nicht mehr allzulang gewesen zu sein, denn die Maschine ist sauber, zu sauber für mehr als ein Probemähen. So sauber sind Neugeräte oder Restaurierte und restauriert ist der Gute bestimmt nicht !
Die Unterlegscheiben die unter den Federn der Mähwerksaufhängungen sitzen verlieren zuallererst ihre Lackierung, die an dem Mäher sind noch schwarz.
Verzinkte Schrauben glänzen wie eben frisch aus dem Laden. Das gesammte Gestänge ist komplett ohne Anhaftungen von Staub, Sand und ähnlichem was sich so unter einem Mäher bildet.
Alle Aufkleber sind noch vorhanden und komplett lesbar.
Wie bei allen älteren Aufsitzmähern ist die Sitzauflage von der Sitzschale abgesprungen und liegt lose darauf.
Der Mäher stand wohl eine Weile, die Batterie gin über die Zeit kaputt. Das Hin und Hergeschiebe schadete dem Mäher nicht, aber dem abgehängten Mähwerk und dem Auffangsystem. Das Mähwerk bekam ein Repblech an der Plastikauswurfpfanne, der Fangkorb wurde an seinem einzigsten Riss ignoriert.
Das Mähwerk wurde an drei Stellen auch noch mit Menninge gegen Rostbefall geschützt.
So verging die Zeit. Der Mäher wurde verkauft und wieder begann man an dem Ding zu docktern. Wieder vergeblich, er schaltete immer noch nicht.
Ein neuer Riemen für´s Mähwerk, eine neue Batterie und neue Hinterreifen brachten auch keine Besserung.
So ist er wieder zum Verkauf angeboten worden, diesmal hab ich ihn bekommen.
Der Motor schnurrt wie der Wind, springt gut an und läuft rund.
Der Rasentraktoranhänger kann gezogen werden: Gang einstellen, Rasentraktor anmachen und in diesem Gang fahren, das geht.
So hab ich das Teil auch probe gefahren und dabei gemerkt das das 5 Gang Ziehkeilgetriebe keine Probleme hat.
Die Lenkung weist ein wenig Spiel auf, ist aber durchaus hinnehmbar.
Heute an der Kiste rumgeschraubt, dabei ist aufgefallen das es eine Art Verkeilung im Ganghebel geben muss die ein Schalten verhindert - den Schalthebel blockiert sobald der Motor läuft.
Auserdem wird die Batterie nicht geladen ( 48 Ah sollte aber für einige Start´s des Motor´s gut sein

Das Wetter drohte mir für heute einen Strich durch die Rechnung zu machen, wollte ich doch noch das Mähwerk anbringen und einen Probelauf damit fahren... Also Schalthebelblockade auf später verschoben und das Mähwerk angebaut.
Der neue Keilriemen lag falsch auf der Maschine und ich musste den Weg neu austüfteln ( keine Unterlagen ausser einem Teilekatalog der weder hilfreich noch formschön daherkommt ... )
Alles angebaut startete ich den motor und wollte einen Probelauf im Stand machen, ging super, dann schaltete ich einen Gang ein und siehe da: Alle Gänge lassen sich problemfrei schalten, das Schätzchen fährt, mäht wie es soll.
Selbst das Auffangsystem ist einsatzbereit, werde dieses aber wahrscheinlich nicht verwenden.
Mit dazu hab ich einen original Lasten/Kippanhänger für Rasentraktoren bekommen. Dieser hat zwar auch schon bessere Tage gesehen, aber vom Zustand her sieht das Ding so aus wie als wenn ich´s 4 Wochen in Benutz gehabt hätte.
Der Hintergrund: Ich hab früher allerlei Gartenwerkzeuge und Maschinen gehabt. Dies untergestellt in meiner Garage und Schuppen. Auch einen Rasentrecker samt Anhänger, größer als der jetzige aber auch wesentlich verranzter.
Es sah so aus als würde unsere neue Wohnung weder garten noch Garage haben, also trennte ich mich vom meisten meiner Maschinen. Plötzlich überwarfen sich die Ereignisse und wir bekommen wohl doch einen Garten.
Ärgerlich das der Aufsitzmäher verkauft war ( älteres Model aber auch schon aus Blech ) aber 100% topfit und startklar.
Daher der Kauf eines Ersatzfahrzeuges.
Jetzt hab ich also wieder einen nagelneuen, knapp 30 Jahe alten Aufsitzmäher mit neuen Reifen und neuer Batterie, kaum Gebrauchsspuren und keine Dreckanhaftungen, samt Auffangeinrichtung und Blechkipper zum dranhängen - das ideale Großekinder - Spieleug.
Nur die Batterie läd immer noch nicht ..., wie auch: einer der Vorbesitzer hat das Kabel aus dem Motor abgeschnitten
( bis 24 Volt ~ )
Frage ( hab da grad ´nen Brett vorm Kopf ) : brauche ich da ein Gleichrichter und auch einen Regler ( der Teilekatalog sacht: nein ) oder reicht eine Diode ?
Egal, ich hab meinen Spaß, an Tagen wie diesem ...
gr