Eulebaer hat geschrieben: ↑Fr 10. Apr 2026, 18:25
ich habe meine Variomatik auseinander genommen und dabei festgestellt, dass nur ein Distanzring verbaut ist. Das Fahrzeug fährt aktuell etwa 50 km/h. Laut Handbuch sollte das eigentlich nicht so sein, weshalb ich nun etwas verunsichert bin.
Ein Distanzring ist genauso in Ordnung wie drei - es kommt halt darauf an wie dich der Distanzring ist.
Ca. 50 Km/h - wenn Du genau schaust wird es genau 51 Km/h lt Tacho sein - sind völlig in Ordnung. Wenn Du ein GPS mit ins Auto nimmst zum Gegencheck wirst Du sehen das Dein Tacho um 6 Km/h vorläuft, also echte 45 Km/h - dazu passt auch der Ring/Rand der Varioscheibe. Soweit also alles in bester Ordnung.
Eulebaer hat geschrieben: ↑Fr 10. Apr 2026, 18:25
• Sind die Komponenten in diesem Zustand noch verwendbar oder handelt es sich um Verschleißteile, die ersetzt werden sollten?
Leider sind nicht alle Teile fotografiert, aber soweit ich das sehen kann sind die Teile durchweg in gutem Zustand.
Als Verschleißteil gild das rote Variolager, das mit den Nasen, und das schwarze Variolager. Beide sollten sich in ihren Sitzen gut verhalten: Das rote sollte nicht viel spiel haben, das schwarze gut in seinem Sitz durchrutschen. Auch die große Feder, die Variofeder kann verschleißen. Das macht sich beim Anfahren bemerkbar bzw im Standgas, wenn das Getriebe sich schlecht oder nichtmehr schalten lassen will weil die Vario mitdreht - ist aber ein anderes Thema.
Die Variogewichtgleiter, so rote Plastikdinger in denen das Eisengewicht eingeklipst ist, sind ebenso Verschleißteile. Ihre Gleitflächen sind etwas erhaben, Sind diese runtergeschliffen müssen sie ersetzt werden.
Die Eisenteile können sich auch abschleifen, das ist aber nicht so tragisch. Wichtig nur das die Gewichte untereinander nicht viel abweichen, maximal ein Gramm Unterschied gibt der Hersteller vor.
Welchen Einfluss auf das Ansprechverhalten des Fahrzeugs schwerere Gewichte oder leichtere haben ist ebenso eine andere Sache, aber interessant.
Die Vario als solches sollte einen guten Gesammteindruck machen, das macht sie auf den Bildern auch. Da wo der Treibriemen läuft ist quasi eine schiefe Ebene, hier sollten keine Riefen, Buckel oder ähnliches eingeschliffen sein. Man prüft ob die Oberfläche eben ist. Auch die Bleche, in denen die Gewichtgleiter eingelegt werden, dürfen nicht verschlissen oder gebrochen sein.
Was hier fehlt sind natürlich die drei Gleiter und die Varioglocke. Ebenso die fest eingebaute Seite der Vario.
Ansonsten sieht die Vario recht gut aus und kann so weiter betrieben werden. Das Fetten und schmieren dieser Bauteile ist aber etwas zwiespältig. Man sollte die Vario schön gleitend halten, dazu nimmt man Gleitmittel wie Fette oder Teflonspray´s her, die Teile der Vario, in denen der Riemen läuft dürfen aber auf keinen Fall gefettet werden.
Mir ist neulich Diesel auf die Varioscheibe gespritzt, da bewegt sich der Kasten keinen Millimeter mehr ...
Ich fette die Vario gerne mit einem Mix aus Lagerfett und Graphitpulver ( hab davon einen Vorrat ) - man kann auch schwarzes Fett hernehmen.
In die Gleitstücke hauchzart auftragen, mit einem Pinsel, und die Schleifstellen der Gewichtgleiter fetten.
Viele vertrauen auch diese Flächen mit Teflonspray zu schmieren.
Da wo die Variolager und Feder sitzen nicht fetten, ebenso die Stellen wo der Treibriemen läuft!
Zur Vario gehört aber auch das Gergenstück, die Getriebevario.
Diese ist im eingebauten Zustand gut zu prüfen und zu fetten.
Man prüft ob die drei Kunstsoffgleiter noch an ihrem Platz sitzen. Dazu schaut man auf die schiefen Ebenen an der Basis der Getriebevario. Die schiefen Ebenen werden mit einem Nocken besetzt - und hier müssen schwarze Kunststoffgleiter zu sehen sein. Diese machen sich gerne verlustig wenn die Getriebevario hakelt. Beim Zusammenlaufen wird bei hakeliger G.Vario der Nocken entlastet und der Kunststoffgleiter kann fliegen gehen, ist er doch nur aufgesteckt.
Hinter den schiefen Ebenen sitzt die Variofeder der G-Vario. Hier dreht man vorsichtig mit der Hand und sprüht ein sattes Graphitöl auf die Welle unter der Feder und schmiert etwas ( wirklich nur ein Hauch ) Graphitfett auf die schiefen Ebenen. Damit ist die G.Vario ebenso geschmiert. Auch hier gild: Überall wo der Treibriemen läuft darf KEIN Fett hin.
Merke: Fette nur in hauchzarten Mengen einbringen. Die Drehung der Bauteile läßt das Fett in kurzerZeit abschleudern. Das Graphit im Fett aber bleibt deutlich länger auf den Oberflächen haften, hier wird die eigentliche Schmierung gewährleistet.
Eulebaer hat geschrieben: ↑Fr 10. Apr 2026, 18:25
• Ist es in Ordnung, dass der Roller so fährt, obwohl offenbar nicht alle vorgesehenen Teile verbaut sind?
Roller ?
Nicht alle Teile ?
Die Vario ist idR über diesen Distanzring in der Geschindigkeit gedrosselt. Manche Varios haben 3 Distanzringe verbaut, manche einen, manche eine verlängerte Variowelle und garkein Distanzring. Völlig wurscht und Bauartbedingt, Baujahr und Hersteller - hauptsache der Kasten fährt nicht schneller als 45 echte.
So die Theorie
Bitte berichte
gr