Winkler hat geschrieben: ↑Mi 3. Jul 2024, 18:25
Und vielleicht ist ja auch hier jemand dabei der weiß woran das liegen "könnte" zumindest, warum das Gefährt überhaupt so langsam ist.
Jaa, da kommen ettliche Baustellen für in Frage.
Traditionell ist der 50ccm Motor nicht wirklich der Leistung fähig, die ihm abverlangt wird.
Zudem ist die Bremsanlage dieser Kisten gerne mal schwergängig und so rollert der Wagen so federleicht wie eine Dampflokomotive mit Achsbruch den Berg hoch.
Zum Motor:
Der Morinimotor ist ein 50ccm aggregat und hat meist eine der wunderbaren Motoplat-Zündelektroniken verbaut. Böse Zungen sagen: Motoplat macht den Motor platt, aber das stimmt so nicht. Wenn die Motoplat funktioniert, geht der Motor auch.... manchmal wenigstens !
Der Motor ist ein 2T Motor. Dieser lebt durch die Druckänderungen im innern. Ist hier ein Dichtelement defekt und der Motor zieht in irgent einer Phase seines Tuns falsche Luft, so nimmt das die sowieso schon spärliche Leistung zusätzlich zurück. Auch ist mit einem baldigen zerstören des Motors zu rechnen.
Der Vergaser des Motors ist ein Wunder der Technik. Mit nur 3 bewegten Teilen ist hier die größte Fehlerquelle des Motors zu suchen. Ist der Vergaser nicht perfekt, also absolut perfekt auf den Motor eingestellt, wird der Wagen nicht wirklich gut laufen.
Die Zündkerze muss den Belastungen standhalten, der Auspuff muss frei sein, aber braucht dringend seine Prallbleche im innern. Fachleute und wirkliche Tuner schmeißen den ganzen Kram, den sie im Auspuff finden gnadenlos raus und wundern sich, das die Fuhre wesentlich langsamer als vorher geht, dafür aber wesentlich lauter geworden ist...
Wir haben dann noch die Variomatik. Diese Technik verbindet Motor und Getriebe mittels eines Treibriemens.
Die Variomatik ist und bleibt das schönste Stück Technik in unseren Autos, aber grade im Benziner birgt sich auch hier ein Füllhorn von Hemmnissen, die das Auto bremsen statt zu beschleunigen.
Wie Töff bereits beschrieben hat ist der 2T - Motor alle 5000 Kilometer zu überholen. Gnadenlos überfordert ist es ein Wunder, wenn der überhaupt die 5000 Kilometer durchhält. Natürlich haben diese Fahrzeuge ihre Berechtigung und können, bei entsprechender Wartung und Pflege, auch gut laufen. Die Zeit in Reperatur übersteigt aber ab einem gewissen Alter des Fahrzeugs deutlich die Zeit des Fahrens. Manni aus Peine hatte seinerzeit sein Fahrzeug restauriert, Soweit ich weiss hat er sich später einen Diesel zugelegt und war überrascht, das LKFZ - Fahren sogar Spaß machen kann, weil die Kiste nämlich auch fährt !
Ich könnte hier meinen Bericht jetzt mit Links zu diversen Beiträgen spicken, letztlich aber versuche ich Dir nur nahe zu bringen, das ein benzingetriebener LKFZ eine recht anspruchsvolle Angelegenheit ist, nicht sein kann sondern deffinitiv IST.
Den am laufen zu halten IST eine Aufgabe, die ihres gleichen sucht. Es ist, wie ich schon mal jemanden beschrieben hab, die allerbeste Schule für die, die hardcore - Schrauben lernen wollen. Es werden alle Tiefen durchwatet werden müssen, die das dreckigste Hobby der Welt mit sich bringen. Es gibt noch alle Teile, doch meist erst nach langem Suchen und stöbern in Kellern und Garagen. So manches muss mühsam nachgefertigt werden oder es muss nach Alternative gesucht werden, die echt manchmal alles abverlangen.
Man sollte sich im Klaren darüber sein, wenn man mit einem perfekt fahrenden LKFZ mit Benzinantrieb auf ein Oldietreffen fährt, man-selbst wohl die meiste Arbeit in sein Fahrzeug gesteckt zu haben, die allermeisten Gedanken gemacht zu haben und die anspruchsvollsten Ergebnisse erbracht hat - und keinen interessiert das.
Die Benzinkisten sind nix wert in den Augen der ach so verehrten Mercedes und NSU und Zündapp Restaurierfamilie.
Das Goggomobil ist eine Randerscheinung, aber auch nur weil die allermeisten der ach so großartigen Schrauber in Kindertagen in einem gesessen haben, auf dem was man damals Rückbank nannte.
eine 5cent !
gr